SV Wacker 04 Bad Salzungen e.V.
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+++ Es war ein Fussballfest +++

Heiko Stern, 24.06.2013

+++ Es war ein Fussballfest +++

„Es hat Spaß gemach“ 

Petrus zeigte sich genauso wie die Fußballer des SV Wacker 04 Bad Salzungen beim Freundschaftsspiel im Rahmen der e-on-Heimspieltour gegen den Drittligisten FC Rot-Weiß Erfurt von seiner besten Seite. Dass die Partie 1:11 endete, störte kaum jemanden im Werra-Energie-Stadion.

Bad Salzungen – Immerhin waren 552 Zuschauer gekommen, um zum einen die neu formierte Erfurter Vertretung zu begutachten und um zu sehen, wie sich der Kreisoberligist gegen die Drittliga-Profis aus der Affäre zieht.

Tobias Hill zum Beispiel, Handballer beim HV Merkers, zeigte sich zufrieden: „Vor allem die Phase nach dem 1:5 (35.) bis zur Pause hat mir gefallen. Da haben die Jungs richtig gut gespielt“. Natürlich gab es auch vom sympathischen neuen Erfurter Trainer Walter Kogler Lob für die Leistung der Mannschaft und die schöne Sportanlage. „Es hat sehr viel Spaß gemacht und die Jungs von Bad Salzungen haben sich tapfer geschlagen und trotzdem sehr fair gespielt“, meinte Kogler mit seinem österreichischen Charme.

Zunächst gab es jedoch beim Einlaufen Probleme bei den Rot-Weißen. Einlaufkind Ben Leifer wollte partout nicht mit RWE-Stürmer Mija Tunjic einlaufen, löste sich von dessen Hand und sauste zum Papa Mathias Weisheit, der als Angreifer bei der Wacker-Elf auflief. „Dabei muss sich bestimmt kein Kind vor mir fürchten, denn ich habe selber welche und weiß, dass Kinder das Schönste sind, was einem passieren kann“, schmunzelte der 25-Jährige, der auf dem Spielfeld natürlich gern die gegnerische Abwehr ins Schwitzen bringt. Auch wenn sie vom Konditionstraining schwere Beine hatten, bestimmten freilich die Drittliga-Fußballer das Spiel, auch wenn sie das eine oder andere Mal in die zumeist gut funktionierende Abseitsfalle der Männer von Wacker-Trainer Heiko Stern tappten. Nach zehn Minuten jedoch war die Wacker-Abwehr, wenn auch aus abseitsverdächtiger Position, ausgehebelt und Jonas Nietfeld eröffnete den Torreigen für die Rot-Weißen (10.), die relativ schnell die Treffer zwei, drei, vier und fünf folgen ließen (0:5/30.). Danach zeigten die Bad Salzunger ihre Offensivqualitäten. Einen schönen Spielzug schloss Patrick Niebergall mit einem ebenso schönen Treffer zum 1:5 (35.) ab. Dabei narrte er seinen Gegenspieler Jens Möckel und ließ sich auch von RWE-Torhüter Andreas Sponsel nicht aufhalten. Der Jubel war groß. Bis kurz vor dem Pausenpfiff stoppten die Stern-Mannen mit ihrem guten Spiel den Torfluss der Erfurter. Im Mittelpunkt dabei stand dabei Torhüter Christian Stern, der zu jenen Wacker-Spielern mit den meisten Ballkontakten zählte und für seine Paraden viel Beifall erntete.

Nur einer war „traurig“

Im zweiten Abschnitt schickte RWE-Trainer Kogler sieben frische Spieler aufs Feld, darunter den Torhüter Philipp Klewin. Der Blondschopf war nach dem Spiel etwas traurig, weil er keine Chance bekam, sich auszuzeichnen. „Das war bitter für mich“, scherzte der 19-Jährige. Seine Vorderleute hielten die tapfer kämpfenden Wacker-Mannen in Schach. Die hatten ohnehin mehr damit zu tun, ihr Tor, in dem auch Tobias Blochberger seine Chance bekam, zu verteidigen. Das gelang bis kurz vor Ende der Partie sogar recht gut und auch Blochberger hatte daran Anteil. Bis zur 88. Minute hieß es noch 1:9 und das Ziel, unter „Zehn“ zu bleiben, schien sich zu erfüllen. Dass das nicht ganz gelang, lag an RWE-Neuzugang Simon Brandstetter, der unbedingt seine Stürmerqualitäten unter Beweis stellen wollte. „Als er eingewechselt wurde, hatte ich mich mit ihm unterhalten. Er sagte mir, dass er sein Tor machen will“, verriet SV-Abwehrspezialist Alexander Völker, dem das Spiel trotz der elf Gegentreffer riesigen Spaß gemacht hat: „Gegen eine Profimannschaft zu spielen ist immer etwas Besonderes, auch wenn man weiß, das die Klassenunterschiede deutlich werden.“ Genauso sah es sein Mitspieler Daniel Kehr: „Rot-Weiß ist eben eindeutig besser. Ich denke aber, dass wir auch aus diesem Spiel gelernt haben, wir es auch als Vorbereitung für das wichtige Punktspiel am Sonntag nutzen konnten“. Gewohnt kritisch zeigte sich Heiko Stern: Die beiden letzten Tore entsprachen nicht unserer Vorstellung“, schmunzelte er, um im gleichen Atemzug seine Mannschaft für eine gute Vorstellung zu loben. „Auf jeden Fall war es zum einen eine gute Möglichkeit, aus der Praxis zu lernen, zum anderen auch noch einmal eine zusätzliche Motivation für das Spiel am Sonntag gegen Ohratal. Es kann leider nur einen Aufsteiger geben. Ich hoffe, dass beide Mannschaften in erster Linie ein gutes Spiel abliefern“, schaute Stern auch schon auf das Spitzenspiel in der Kreisoberliga, wo es für beide Mannschaften noch um den Aufstieg geht, voraus.

 

Bad Salzungen: Stern, Blochberger; Krügel, Hlawatschek, Damaske, Fischer, Zweigelt, Luther, Hermann, Niebergall, Völker, Weisheit, Pulkus, Göpfert, Walther, Kehr, Luck

Erfurt: Sponsel, Klewein; Laurio, Tunjic, Stolze, Fillinger, Wittmann, Nietfeld, Möckel, Pfingsten-Reddig, Czichos, Baumgarten, Bergmann, Kleineheismann, Möchwald, Odak, Brandstetter, Engelhardt

Schiedsrichter: Leitschuh; Bernhardt, Leimbach

Tore: 0:1, Nietfeld (10.), 0:2 Tunjic (13.), 0:3 Nietfeld (17.), 0:4 Stolze (20.), 0:5 Tunjic (30.), 1:5 Niedebrgall (35.), 1:6, 1:7, 1:8 Tunjic (45,, 51., 53.), 1:9 Baumgarten, 1:10, 1:11 Brandstetter (89., 91.); Zuschauer: 552