+++ Wacker knackt Bollwerk nicht +++
Unbekannt, 06.04.2009
Die Mannschaft von Wacker Bad Salzungen bleibt die Fußball-Diva - launisch und unberechenbar. Dem 4:1-Sieg vor Wochenfrist gegen dem Mit-Staffelsieg-Anwärter Fambach ließen die Spieler von Trainer Sven Römhild ein mageres Remis gegen den Tabellenletzten aus dem Rosatal folgen.
Die Truppe von Trainer Mike Linhart rührte vor ihrer Gefahrenzone unter fachkundiger Anleitung von Libero Christian Buberl Beton an. Die Gastgeber waren trotz totaler spielerischer und athletischer Überlegenheit nicht in der Lage, das Bollwerk spielentscheidend zu knacken. So blieb es bei den durch zwei Einzelleistungen erzielten Treffern. Den ersten markierte Buberl (21.) mit einem feinen Freistoß von der Strafraumgrenze, bei dem die Wacker-Mauer grottenschlecht gestellt war. Den Ausgleich in der 34. Minute erzielte Sebastian Hlawatschek nach gelungenem Solo mit platziertem Flachschuss.
Abgesehen von zu vielen Querpässen und Verlegenheitsanspielen von den Abwehrspielern Adrian Preißler und Marcel Schmidt sahen die Aktionen der Platzherren im Mittelfeld nicht schlecht aus. Vor und im gegnerischen Strafraum verkam das Spiel zumeist jedoch zur brotlosen Kunst.
Die Spitzen Florian Preißler und Martin Weyh blieben stumpf, weil sie den direkten Zug zum Tor scheuten. Lucks ersten Schuss (12.) hielt Gästetorwart Andreas Werner problemlos, den zweiten setzte der Routinier nach klugem Anspiel von Lemke (32.) neben das Tor. Auch Sebastian Hlawatschek, auffälligster Wacker-Akteur, traf den Rosaer Kasten nach gelungenen Kombinationen nicht (17./36.). Weyhs Kopfball nach sehenswertem Angriff (44.) parierte Gästetorwart Werner. Torchancen auf der Gegenseite gab es in der ersten Spielhälfte nicht, weil es keine Angriffe gab.
Auch nach der Pause blieben die Gastgeber klar feldüberlegen. Schon mit dem ersten Angriff hätte Weyh die Führung erzielen müssen: Nach einem Pass von Sebastian Hlawatschek hob der Stürmer den Ball über den herauslaufenden Torwart, aber auch über das Tor (46.). Auch Krügels Schuss nach einer der zahlreichen Wacker-Ecken verfehlte das Tor knapp (51.). Bei Lemkes Hacken-Kick, nach sehenswertem Doppelpass mit Florian Preißler, fischte Werner die Kugel reaktionsschnell von der Torlinie (55.). Seine größte Tat vollbrachte der Schlussmann, als er einen an Sebastian Hlawatschek verwirkten und von Lemke geschossenen Foulstrafstoß glänzend parierte (70.). Glück hatte kurz zuvor Stefan Luck: Seine Attacke gegen Sebastian Hlawatschek, mit der er den Wacker-Kapitän für eine vermeintliche Schwalbe bestrafen wollte, hätte nicht jeder Referee unbestraft durchgehen lassen.
Dennoch, den einen Punkt hatte sich die tapfer verteidigende Spielgemeinschaft verdient, denn die Bad Salzunger ließen auch ihre letzten beiden Torchancen aus: Oliver Luck (76.) schloss eine gelungene Kombination mit einem Fehlschuss ab, Lemkes Kopfball nach einer Ecke strich über den Querbalken (81.).
In den Schlussminuten kreuzten sogar die Rosataler noch ein paar Mal vor dem Wacker-Tor auf. Ein weiterer Treffer gelang ihnen jedoch auch nicht. Das wäre dann auch des Guten zu viel gewesen. gh
Bad Salzungen: Anschütz; Krügel, A. Preißler (70. Otto), Schmidt, S. Hlawatschek. Luck, A. Hlawatschek, Zweigelt, F. Preißler, Lemke, Weyh
Rosa/Roßdorf: Werner; Cyrus, Luther (18. Grammlich/ 92. Wichler), Buberl, Zeihs, Schleicher, Luck, Rexhäuser, Lau, Klee, Rommel
Schiedsrichter: Weinhardt (Marisfeld)
Tore: 0:1 Buberl (21.), 1:1 S.Hlawatschek, Zuschauer: 146
Quelle:STZ-Südthüringer Zeitung