+++ Das ging "ölles danebbe" +++
Unbekannt, 11.08.2010
Bad Salzungen - Die Wacker-Mannschaft hatte zwar über 90 Minuten das Spiel, aber der Gast aus Neuhaus-Schierschnitz die entscheidenden zwei Tore gemacht. "Das geht ja ölles danebbe" meinte eine ältere Dame aus der Zweigelt-Sportfamilie, die vom Spielfeldrand aus der Partie beiwohnte - und richtig kommentierte. Der Spruch von ihr kam zwar schon in der 25. Spielminute, aber die betagte Zuschauerin sollte aus Wacker-Sicht bis zum Abpfiff recht behalten. Die Platzherren erkämpften sich zahlreiche Chancen. Sie wollten gute Fußballkost bieten, nicht zuletzt angesichts der Rekord-Kulisse beim Wacker-Tag genannten Sportfest im Burgseestadion. Aber zwingend waren ihre Tormöglichkeiten trotz allen Einsatzes nicht. Die beste hatte in der ersten Halbzeit Steve Lemke, der sich nach Flanke von Martin Weyh zum Kopfball hochschraubte, aber am guten Gäste-Torwart Reinhard Meusel scheiterte (12.).
Besonders in den ersten zwanzig Minuten machte das Wacker-Team Druck und drängte die Gegner aus Neuhaus-Schierschnitz in deren eigene Hälfte. Als sich jedoch bei einem Konter der Gäste Christoph Stellmacher durchsetzte und einen Eckball herausholte, nahm das Unglück aus Gastgeber-Sicht seinen Lauf. Stellmacher trat die Ecke in die Strafraummitte und dessen Kollege Martin Gelbricht brauchte dort nur noch abzustauben. Wie aus dem Nichts hatten die Gäste die Führung erzielt.
Wacker ließ sich davon zunächst nicht beeindrucken und kämpfte um den Ausgleich. Aber mit dem Führungstreffer kehrte Abgeklärtheit in die Reihen des Mitaufsteigers aus Neuhaus-Schierschnitz ein. In der zweiten Halbzeit das gleiche Bild. Wacker rackerte und die Gäste konterten. Zehn Minuten nach Wiederanpfiff wurde Steffen Motschmann im Mittelfeld mustergültig bedient. Er setzte zu einem Sturmlauf an, ließ den mitgegangenen Wacker-Abwehrspieler hinter sich und versetzte dann auch noch den Wacker-Schlussmann Steven Zipperer. Der Ball zappelte zum 0:2 im Gehäuse der Gastgeber.
Mit dem Mute der zunehmenden Verzweiflung versuchten die Bad Salzunger, den Rückstand wenigstens zu verkürzen. Vergebens. Zu ungenau und überhastet wurde nach Flanken und bei Standards im Gäste-Strafraum agiert, als dass ein Wackeraner davon hätte wirklich profitieren können. Und wenn schon mal ein Ball gefährlich nahe an den Kasten von Meusel gespielt wurde, dann war keiner da, der mal zu einem Tor hätte abstauben können.
Die Gäste wiederum fielen nicht nur durch ihre zwei Treffer, sondern auch durch einige Unsportlichkeiten auf. So kassierte Andreas Ehnes nach einer halben Stunde die Gelbe Karte, weil er mehrmals den Ball weggeschlagen hatte, nachdem Wacker Freistoß oder Einwurf zugesprochen bekam.
Kurz vor dem Abpfiff konnte das Neuhauser Trainer-Gespann und mit ihm einige Spieler und Anhänger der Mannschaft vor Wut kaum an sich halten, als Torschütze Motschmann nach einem Revanchefoul mit Rot vom Platz gestellt wurde. Vor allem angesichts der zahlreichen jungen Fußballfreunde, die zum Wackertag im Stadion waren, hätte man auf diese Szenen sicherlich verzichten können.
Bad Salzungen: Zipperer; Krügel (75. Damaske), Hoppe, Johne, S. Hlawatschek, Zweigelt, Groß, A. Hlawatschek, Lemke (72. Schottmann), Weyh, Patz
Neuhaus-Schierschnitz: R. Meusel; K. Meusel, Motschmann (Rote Karte, 90.), S. Gelhaar, M. Gelhaar, Gläser (69. T. Löffler), Sauer, Gelbricht (75. Schmidt), Ehnes, Wicklein (83. A. Löffler), Stellmacher
Tore: 0:1 Gelbricht (20.), 0:2 Motschmann (55.)
Schiedsrichter: Stegmann (Eisenach)
Quelle:STZ - Südthüringer Zeitung