SV Wacker 04 Bad Salzungen e.V.
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+++ Hoher Unterhaltungswert +++

Marcus Weilmünster, 11.01.2011

+++ Hoher Unterhaltungswert +++

Schon die 73 Treffer waren für die Zuschauer auf den dicht besetzten Rängen der Tiefenorter Krayenberg-Halle das Eintrittsgeld wert gewesen. Aber auch sonst bot diese Vorrunde um die Thüringer Meisterschaft im Hallenfußball Kurzweil und beste Unterhaltung.

Von Gert Hellmann

Tiefenort - Waren doch vor allem die Begegnungen, in denen die Kreisvertreter aufeinander trafen, recht brisant. Überraschend für die Kenner der Szene, dass die Schweinaer Salzpokal-Gewinner nur den vorletzten Platz erreichten und Wacker Bad Salzungen als zweitplatziertes Team in die Zwischenrunde am kommenden Sonntag in Rudolstadt eingezogen ist. Nach einem 2:2 in ihrem Auftaktspiel gegen das Team des EFC Ruhla und der 1:4-Niederlage gegen den überragenden Turniersieger SG Lengenfeld/Effelder war dieser Erfolg allerdings überhaupt nicht absehbar gewesen. Danach gaben die Kurstädter in den Spielen gegen ihre LandesKlassenkontrahenten aus Schweina und Kaltennordheim sowie im letzten heißumkämpften Match gegen die Lokalmadatoren der SG Tiefenort/Frauensee jedoch keinen Punkt mehr ab. Ideengeber, Solist, Passspieler und Vollstrecker im Team von Trainer Sven Römhild war einmal mehr Holger Johne, mit fünf Toren auch erfolgreichster Schütze seiner Mannschaft. Gemeinsam mit dem für die SG Lengenfeld/Effelder spielenden Ex-Suhler Marcel Lorenz (6 Treffer) hätte Johne den nicht vergebenen Titel bester Turnierspieler verdient gehabt. Ihre Qualitäten als Hallenspieler unterstrichen auch Stefan Zweigelt und Alexander Völker.

Den Gastgebern blieb nach der 1:2-Niederlage gegen die Wackeraner hinter den Ruhlaern Rang vier. Damit hatte sich der einzige Regionalklassenvertreter im Feld der Landesklassenteams beachtlich geschlagen. Die Schwarz-Gelben erzielten nur 9 Treffer, ließen aber auch nur 8 Gegentreffer zu. Mit ihrem simplen Spiel - Torwart Patrick Weber eröffnete die Angriffe mit langen Anspielen auf die gedeckten Mitspieler, die dann auf Teufel komm raus versuchten, die Kugel im Tor unterzubringen - brachten sie alle Gegner in Verlegenheit. Den Kaltennordheimern bekam diese Taktik gar nicht, gegen Ruhla reichte sie zum Remis. Wobei diese Partie auch hohen Unterhaltungswert ohne Fußball hatte: Nachdem Schiedsrichter Patrick Runknagel aus Barchfeld kurz vor Spielende zwei Tiefenorter Spieler wegen Foulspiel mit Zeitstrafen belegt hatte, tummelten sich bei tumultartigen Szenen viele Leute auf der Platte, die dort nicht hingehörten. Dennoch, den vierten Platz hatten sich die unterklassigen Kicker, bei denen Benni Lemmer und Philip Adler (je 3 Treffer) herausstachen, dank ihres mitunter übertriebenen Kampfgeistes verdient.

Nach dem Auftaktsieg über die Gastgeber und dem verlorenen Spiel gegen Ruhla keimte bei den Favoriten aus Schweina nach dem 3:3 gegen Lengenfeld/Effelder (einziger Punktverlust der Turniersieger) noch einmal Hoffnung auf. Die zerstob jedoch nach den Niederlagen gegen die Wackeraner und die Fortunen aus Kaltennordheim. Freilich hatten die Spieler von Trainer Holger Martius gerade gegen die Rhöner mit vier Alu-Treffern auch eine gehörige Portion Pech. Unübersehbar war jedoch auch, dass die fehlenden Stammspieler Eckelt, Quade und vor allem Passgeber Schellenberg nicht gleichwertig ersetzt werden konnten.

Wer 22 Gegentreffer in fünf 14-minütigen Spielen zulässt, wie das den Kaltennordheimer Spielern passierte, muss sich schon als Schießbude des Turniers bezeichnen lassen. Ohne ihren Top-Torjäger Kai Kerschner angereist und ihren zweiten etatmäßigen Angreifer Maik Steinmetz ins Tor verbannt, wirkten die Rhöner in den ersten drei Spielen, die sie allesamt hoch verloren, wie eine Schüler-Mannschaft. Erst als Steinmetz gegen Ruhla und Schweina auf dem Feld mitwirkte, spielten die Fortunen mit ihren Gegnern auf Augenhöhe. Dabei zeigte vor allem Stefan Leutbecher, mit 4 Treffern bester Torschütze seines Teams, dass er auch ein passabler Hallenfußballer ist.


Quelle:STZ - Südthüringer Zeitung